Müssten wir, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt verkörpern, nicht auch die Monogamie in Frage stellen?

Abraham Maslow hat mit seiner Bedrüfnis-Hirarchie (Bedürfnispyramide) einen wichigten Baustein in der Sozial-Psychologie geschaffen. Auf der untersten Stufe ist neben Obdach und Nahrung auch die Sexualität angesiedelt. Wohl aus Scham wird das aber meist nicht aufgezeigt. Kapitalismus und Marktökonomie haben uns dazu erzogen, möglichst viel zu konsumieren; das soll uns Befriedigung verschaffen. Doch wären wir wohl viel zufriedener, wenn wir ein besseres Sexualleben hätten – heute sind wir oversexed und underfucked. Kaum ein Lebenwesen auf dem Planeten lebt wirklich monogam – wir Menschen schaffen es auch nicht, siehe nur schon die Scheidungsrate (im Kanton Zürich hält die durschnittliche Ehe gerade mal 14,1 Jahre). Könnten wir die Ersatzbefriedigung «Konsum» eindämmen, wenn wir das Sexualleben ausbauen würden; wenn wir mehr als einen Intimpartner pflegen würden? Wie siehst du das?

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Answer

Ich persönlich denke, dass "mehr als einen Intimpartner zu haben" nicht unbedingt einhergeht mit einer erfüllteren Sexualität. Mehr PartnerInnen bedeutet noch lange nicht mehr Qualität. Ich persönlich stelle es mir beispielsweise uuunglaublich stressig vor. Ich finde, es ist in meiner aktuellen Lebensphase schon mit einem Partner eine Herausforderung, eine aktive Sexualität zu leben und diese weiterzuentwickeln. Aber diese Weiterentwicklung ist mir wirklich wichtig, darum konzentriere ich mich lieber auf unsere Zweisamkeit. Und ich bin überzeugt, dass es auch monogam lebend möglich ist, nachhaltig zu walten und zu schalten. Für mich besteht da kein direkter Zusammenhang. Zur Scheidung kommt es meiner Meinung nach in vielen Fällen auch nicht wegen der Monogamie, sondern wegen der fehlenden Weiterentwicklung - auf allen Ebenen, nicht nur sexuell. Dass die monogame Beziehungsform nach wie vor gesellschaftlich die einzig wirklich akzeptierte Beziehungsform ist, finde ich natürlich auch nicht richtig. Jede und jeder soll, wie es für sie oder ihn stimmt. Aber bitte nachhaltig :-) Und aufrichtig, auch wenn's unbequem wird.

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Selbstverständlich. BESITZ ist eines der unnatürlichen Konzepte, die uns am freien Energieaustausch - also auch an der Liebe - hindern. Bei Erich Fromm hiess das "Haben oder Sein". Viele kennen dieses Buch, aber nur wenige leben tatsächlich danach. Bist du also bereit, deine Liebsten frei zu lassen? Gönnst du deinem/deiner Partner/-in ihre Liebhaber? Und kannst du zB. auf die Macht verzichten, über "deine" Kinder zu bestimmen? All das steht uns heutzutage schon frei. Mensch musst nur Gleichgesinnte finden (zB. in Tamera).

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